“Nur Teile der Deckenverkleidung fallen herunter” – Schutzhelmpflicht für Schüler, Lehrer und Eltern im Gymnasium

“Nur Teile der Deckenverkleidung fallen herunter” – Schutzhelmpflicht für Schüler, Lehrer und Eltern im Gymnasium

Für die Stadtverwaltung haben wir zu der Thematik des baufälligen Gebäudes nach den veröffentlichten Schutzbehauptungen des Stadtsprechers kostengünstige und professionelle Vorschläge: Verteilen wir doch einfach Schutzhelme, Atemmasken und Regencapes an Schüler, Lehrer und Eltern. Das ist kostengünstiger als der Neubau oder eine Sanierung, schützt die Schüler vor schwereren Verletzungen und wir können weiter unserer heilen Kerpener Traumwelt leben. Verschließen wir uns vor der Problematik und kaschieren die Realität. Wir waren heute bei einer Ortsbegehung des Schulgebäudes und haben die Möglichkeiten professioneller Maßnahmen der Stadtverwaltung aufs Exempel gestest: Der Schutzhelm sorgte beim Träger nicht nur subjektiv für mehr Sicherheit. Schade, dass die Stadtverwaltung die Bedenken junger Menschen in Kerpen nicht ernst nimmt, sondern lieber Schutzbehauptungen aufstellt.

Wäre es nicht so traurig könnte die Aussage der Stadtverwaltung im Artikel vom 18. August 2016 im KStA auch Teil eines Beitrags im Postillon sein. Deshalb reagieren wir, wie die Stadtverwaltung auf unsere Bedenken, mit einem schlechten Witz. Wenn ausschließlich Teile der Deckenverkleidung abbrechen und es gar kein Asbestproblem gibt, dann sei der Zustand der Schule als gar nicht schlimm zu bewerten und das Gymnasium würde nur schlecht gemacht werden – was für eine Kindergartenargumentation. Warum brauchen wir dann ein Gutachten über den Zustand des Problemgebäudes und einen etwaigen Neubau, wenn das Gymnasium in einem guten Zustand ist?

Es ist ein offenes Geheimnis in Lehrer-, Schüler- und Elternschaft, dass die Schule mit Asbest verseucht ist. Nach Angaben der Schülerschaft wurden orange-farbige Punkte auf Teile der Außenfassade und Wände geklebt, wo weder ein Nagel in die Wand geschlagen, noch eine Bohrmaschine angesetzt werden darf. In der Lehrerschaft wird hinter vorgehaltener Hand ständig, auch im Unterricht, auf die Asbestbelastungen im Gebäude hingewiesen. Mit Asbestose ist nicht zu spaßen. Dazu braucht man keine aufwendigen Gutachten, man muss nur kurz bei Google nach “Asbestose” suchen.

Ferner regnet es durch die Decke. Das war schon 2008 der Fall, das Problem wurde auch bis 2016 noch nicht gelöst. Hier wird Schimmelbildung in Wänden und Teppichen hervorgerufen. Auch mit Gebäudeschimmel ist nicht zu spaßen. Dies kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Beschwerden führen. Es soll in den Kunsträumen sogar schon professionelle behelfsmäßige Vorrichtungen (Plastikeimer) geben, damit zumindest auf den Linoleumböden keine Rutschgefahr herrscht.

Auf die Reaktion zu den Toilettenanlagen: Klopapier? Sauberkeit? Fehlanzeige!

Wir fordern die Stadtverwaltung dazu auf, die Probleme in den Schulen zu lösen. Nehmt die Schüler und Eltern ernst und löst die Probleme mit der gesamten Bürgerschaft! Wir sollten aufhören uns in die eigene Tasche zu lügen. Und wir versprechen Stadtverwaltung und Bürgern, insbesondere Schülern und Eltern: Es gibt auch noch andere Schulen in Kerpen. Wir haben gehört, dass auch in der Gesamtschule Teile der Decke runterkommen.

Wir rufen alle Schülerinnen und Schüler, Eltern und Leher dazu auf, uns bekannte und unbekannte Mängel am Problemgebäude in Kerpen per E-Mail zuzusenden. Macht Fotos mit euren Smartphones von Schimmel, zerstörten Wänden und Decken. Zeigt uns die Mängel und wir werden uns darum kümmern! Gerne bearbeiten wir die Probleme auch anonym!

Dazu haben wir eine eMail eingerichtet: baumaengel@julis-kerpen.de

Eine Antwort

  1. Christian Kost
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    Sehr geehrter Herr Baumfalk,

    über Ihren Artikel vom 18.08.2016 bin ich auf Sie aufmerksam geworden.
    Zu den ganzen kommunalen Themen Europaschule, öffentlicher Nahverkehr, baden im Boisdorfer See usw. habe ich umfangreiche Artikel geschrieben, teils als Leserbriefe oder direkt an die Stadt. An dem Forum Kerpen mitgestalten sowie der Neugestaltung des Wohnquartiers Maastricher Straße habe ich ebenfalls lebhaft teilgenommen.
    Um Ihnen, Ihr Interesse vorausgesetzt, die Unterlagen zur Verfügung zu stellen benötige ich eine Postadresse.