Die neue Erftlagune? – Der Ascheplatz des Jahnstadions ist ein Paradies für Amphibien

Die neue Erftlagune? – Der Ascheplatz des Jahnstadions ist ein Paradies für Amphibien

Gelbe Karte für die Stadt Kerpen – Der Ascheplatz des Fußballvereins Blau-Weiß Kerpen steht, wie immer wenn es regnet, tief unter Wasser. Man meint, dass Frösche und Fische sich in den Untiefen des Hartplatzes tummeln. Die Drainage versagt und die Bäume und Sträucher der anliegenden Grundstücke wachsen auf den Platz. Ein Schandfleck der Stadt Kerpen für den Traditionsverein Blau-Weiß Kerpen, der auf diesem Platz im Winter seine Gäste empfangen muss. Im Jahnstadion selbst gibt es keine Flutlichtanlage und kein Fußballer spielt gerne in Dunkelheit. Deshalb muss nach Umstellung der Uhren grundsätzlich auf dem Hartplatz gespielt werden.

Am Samstag, den 29. Oktober 2016, ließ sich der Vorsitzende der Kerpener Jungliberalen nach einem kurzen Gespräch mit den anwesenden Trainern das gesamte Gelände ausführlich zeigen. Es bot sich ein Bild des Schreckens, als Patrick Baumfalk den Ascheplatz sah. Die Pfützen waren nach einigen Tagen zwar bereits verschwunden, allerdings war der Boden immernoch so aufgeweicht, dass ein sicheres Fußballspiel nicht möglich ist. Hier muss sich dringend wieder etwas bewegen!

Der Verein Blau-Weiß Kerpen zählt mit seinen knapp 200 Spielern in der Jugendklasse zu den größeren Vereinen in der sportlichen Jugendarbeit. Viele potentielle Talente werden hier auf ihre sportliche Laufbahn vorbereitet und nicht wenige der jetzigen Jugendspieler werden selbst eine sportliche Karriere anstreben. Fußball heißt auch Integration. So wird jungen Kickern das miteinander im sportlichen Wettbewerb beigebracht, der Spaß an der Mannschaft wird gefördert und der Teamgeist gestärkt. Bei Blau-Weiß Kerpen steht die Freude am Fußball im Vordergrund. »Leider verlassen uns viele ehemalige Bambini-Spieler, da wir keinen vernünftigen Trainingsplatz zur Verfügung haben«, sagte ein anwesender Trainer traurig. »Ich selbst habe schon hier auf dem Platz gespielt und es ist eine Schande, wie sehr solch ein ehemals schöner Platz verkommen kann. Vernünftiger Fußball ist so nicht möglich«, sagte ein anderer Jugendtrainer.

Planungen der Verwaltung sind bereits abgeschlossen!

Dabei hat die Verwaltung der Stadt Kerpen einen Ausweichplan für den S.V. Blau-Weiß Kerpen in der Schublade: So wurde im Rahmen des »Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes« (kurz: ISEK) eine Zusammenlegung des Jahnstadions mit den Sportplätzen der Europaschule erarbeitet (siehe Beitragsbild). Dort sollen neue Tartanplätze und zwei Kunstrasenplätze entstehen, die während des Schulsports von den Sportkursen der Europaschule genutzt werden könnten und am Abend sowie am Wochenende von Blau-Weiß Kerpen. Die Finanzierung eines solchen Fußballplatzes ist innerhalb der Gesamtplanung des ISEK gesichert und damit steht einem neuen Platz planerisch nichts im Wege. Und um es Vorweg zu sagen: Wir wissen, dass es diesen Plan gibt und wir werden eine schnelle Entscheidung ersuchen. Wir werden keine Vernebelungs- und Verdeckungsmanöver dulden.

Die Jungen Liberalen Kerpen werden sich im Stadtrat und in Gesprächen innerhalb der Fraktion der FDP entschieden dafür einsetzen, dass dieser Plan noch vor Ende des Jahres 2016 auf den Schreibtischen der Kerpener Stadtpolitiker liegt und ein Antrag der Jungen Liberalen im Rat der Stadt Kerpen zu diesem Thema entschieden wird. Denn der anwesende Jugendtrainer sagte, als er sich enttäuscht über die Politiker der Stadt Kerpen in die Kabine verzog: »Warten wir mit dem Neubau eines Fußballplatzes auf die Entscheidung über die zukünftige Entwicklung des Gymnasiums, dann sind die jetzigen Jugendspieler längst weg, Blau-Weiß Kerpen hat keinen Nachwuchs mehr und wir können zehn Jahre lang keinen richtigen Fußball spielen.«

Bildquelle: Präsentation im 2. Kerpener Bürgerforum zum ISEK-Projekt der Stadt Kerpen

5 Antworten

  1. Frank Lubinsky
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    Ich sehe folgendes kommen:

    Da es deutlich angenehmer ist auf einem Kunstrasen zu spielen als auf einem Naturrasen werden in Zukunft alle nur noch auf dem Kunstrasen spielen wollen.
    Was wird aus dem Jahnstadion??

    Andererseits wenn anstelle des alten Ascheplatzes ein Kunstrasen entstehen würde, dann würden die Kids des Europagymnasiums unter ihren alten Plätzen weiter „leiden“.

    Ich kenne viele Kinder die NICHT in Kerpen spielen wollen weil es dort keine Möglichkeit gibt auf (Kunst)Rasen zu trainieren..

    Siehe Beispiel Bliesheim:

    Dort wurde letztes Jahr ein Kunstrasen gebaut——-> „zu viele“ Kinder sind nach Bliesheim gewechselt so das ein zweiter Kunstrasen angelegt wurde…..

    Da in Gymnich auch ein Kunstrasen geplant ist, sehe ich eine Gefahr darin das viele Kerpener „abwandern“

  2. Patrick Baumfalk
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    Das Jahnstadion soll, wie oben auf dem Bild zu sehen, zum Europgymnasium „wandern“. Das Jahnstadion wird im Rahmen des ISEK umstrukturiert. Es würden zwei Kunstrasenplätze am Gymnasium entstehen, die auch von der Schule genutzt werden können. Alle Informationen dazu gibt der „ISEK-Plan“. Aber aufgrund des Kommentars sehe ich, dass dazu auch mal informiert werden muss. In den Ausschüssen der Stadt Kerpen und im Rat wird bzgl. all dieser Themen mehr oder weniger intensiv diskutiert, aber Informationen werden wohl nicht mitgeteilt.

  3. Frank Lubinsky
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    Das ist korrekt.

    Man hört immer wieder nur Gerüchte ….
    Und wie falsch sich oft Gerüchte verbreiten brauche ich hier wohl nicht zu erläutern.
    Die Unruhe in der „Bevölkerung“ ist groß, dementsprechend kursieren auch viele Gerüchte in Kerpen.

    Was ist denn Anstelle des Jahnstadions und seines angrenzenden Ascheplatzes geplant ???

  4. Frank Lubinsky
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    Habe mir gerade mal den Umbauplan angesehen.
    Sehe ich das richtig das neben dem vorhandenen Ascheplatz am Europagymnasium 2 Kunstrasenplätze entstehen sollen??
    Darüber hinaus noch 2 Bolzplätze (Tartan) und neben dem Schwimmbad auch noch 2 kleinere Plätze ( Handball, Volleyball ).

    Dann sehe ich das nächste Problem kommen.
    Aufgrund des problematischen Verhaltens einiger „Menschen“ rund um das Europagymnasium muss das komplette Gelände eingezäunt werden und daraus Privatgelände gemacht werden.

    Sonst entwickelt sich das nämlich so wie an der Europaschule (eigene Erfahrung!!!!!)

  5. S. Günther
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    Ich würde mich für BW Kerpen freuen, wenn deren Sportplatz Problem schnell gelöst wird, aber auch andere Vereine mit gleicher Größe haben dieselben Probleme. In Sindorf und vor allem in Balkhausen, wo es ebenfalls katastrophal ist, stehen sie vor den gleichen Problemen. Ein komplettes Konzept wäre notwendig, um allen Vereinen gleich gerecht zu werden. Es wäre traurig, wenn nur einzelne gut weg kommen. Bei einer Stück für Stück Arbeit wäre dies leider der Fall.