Eine mutige und lebendige Stadt – Fußgängerzone in Kerpen

Eine mutige und lebendige Stadt – Fußgängerzone in Kerpen

Es ist ein warmer Sommertag. Menschen gehen durch die Straßen und erledigen Ihre alltäglichen Einkäufe. Morgens genießt man im Sonnenschein einen frisch gebrühten Kaffee und beobachtet die Menschen, die sich wie geschäftige Ameisen durch die Innenstadt bewegen. Während des Tages erledigt man seine Einkäufe und am Abend, nach erfolgreicher Shoppingtour mit der Familie oder auch mit der besten Freundin, genießt man noch das ein oder andere Kölsch, in der stadtbekannten Kneipe nebenan, mit dem netten und redseligen Wirt.

Nicht in Kerpen.

In Kerpen beginnt eine Shoppingtour an einem sonnigen Samstagmorgen mit dem Griff zum Autoschlüssel. Anschließend setzt man sich in seinen PKW und fährt zum EKZ Langenich um seine Einkäufe im örtlichen Nahversorger und im Drogeriemarkt zu erledigen. Nachfolgend fährt man zum großen Elektrofachmarkt im Erft-Karree und auch zum Sportfachhandel um noch weitere wichtige Einkäufe zu erledigen. Dann setzt man sich wieder in sein Auto und besorgt noch schnell die nötigen Kleinigkeiten im Baumarkt, damit die alltäglichen Ausbesserungsarbeiten am Eigenheim vorgenommen werden können. Sollte man sich noch schnell ein oder zwei Kleidungsstücke für die nachbarschaftliche Grillparty am Samstagabend kaufen wollen, so reiht man sich in den alltäglichen Stau vor dem Sindorfer Kreisel ein, damit man im Kleidungsparadies in Sindorf noch schnell die richtige Garderobe für den Abend ergattern kann.

Kein Einkaufsgefühl, kein Flair, keine Entspannung – kein gemütlicher morgendlicher Kaffee und kein angenehmes Schwätzchen mit den Bekannten in der Fußgängerzone. Kurz gesagt: Die Stadt Kerpen ist keine autofreie Einkaufsstadt. Natürlich kann man sich auch auf sein Fahrrad setzen und die ausgewiesenen Fahrradwege nutzen – allerdings überquert man hier meist zwei Autobahnbrücken und legt an einem einzigen Tag eine Marathonstrecke zurück.

Man muss nicht weit reisen, damit man merkt, dass andere Städte im Kreis ihre Hausaufgaben in der Stadtplanung deutlich besser gemacht haben: In Frechen schlängelt sich eine Straßenbahn geschmackvoll durch die Innenstadt. Man kann einen Kaffee trinken oder eine Pizza essen, während man seine alltäglichen Einkäufe in der Innenstadt erledigt. Parken ist problemlos im öffentlichen Parkhaus möglich. In Brühl ist es möglich alle Besorgungen zu tätigen, um den Alltag zu bestreiten. In Bergheim begrüßt einen bei Eintritt in die Stadt das Aachener Tor – Geschmackvolles Ambiente, zumeist gepaart mit einem vollumfänglichen Sortiment durch zahlreiche Einzelhändler.

Wir, als Junge Liberale in Kerpen, fordern den Ausbau einer ansehnlichen und planvoll gestalteten Fußgängerzone in Kerpen-City. Diese wäre dann Treffpunkt der Bürgerinnen und Bürger und würde auch den regionalen Einzelhandel stärken. Eine mögliche Fußgängerzone könnte sich zum Beispiel im verkehrstechnisch, durch die Umgehungsstraße, unsinnigen Nadelöhr der Stiftsstraße bis zum Ende der Kirchstraße durch Kerpen schlängeln. Hier hätten wir die schönsten Bereiche der „Kerpener Altstadt“ an der Martinuskirche mit dem jetzt schon als Treffpunkt fungierenden zentralen Stiftsplatz fußläufig und effizient verbunden. Echtes kleinstädtisches Flair käme auf und der junge Kerpener würde sich überlegen, ob er seinen Tag in Köln oder in seiner Heimatstadt Kerpen verbringt. Wir erhoffen uns durch ein planvoll gestaltetes Innenstadtkonzept eine positive demographische und wirtschaftliche Entwicklung in unserer Kolpingstadt.

Zu bedenken geben wir aber auch, dass ein durchdachtes Parkplatzkonzept und eine zentralistische Ausrichtung des ÖPNV der Stadt Kerpen, mit durchgehenden und sinnvoll getakteten Buslinien von den drei Bahnhöfen bis in die Kerpener Innenstadt, der Weg zum Erfolg sind. Hier muss die Verwaltung beauftragt werden, echte Alternativen zum Auto und gute, freie Parkmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. An den autofreien Tagen in Kerpen, beispielsweise beim Kerpener Stadtfest oder beim traditionellen Trödelmarkt, strömen tausende Bürger aus unserer Kolpingstadt und den nahen kreisangehörigen Städten auf die gesperrten Straßen. Ein Zeichen für das hohe Potenzial, das in unserer Stadt steckt. Leider entfaltet sich das Potenzial unserer Stadt nur an zwei Tagen im Jahr.

Zeigen wir als Bürger unserer netten Kleinstadt ein wenig Mut und nehmen alle gemeinsam kleine Umwege in Kerpen in Kauf, damit unsere Stadt die beste Stadt, neben Köln, im Rheinland wird.

Wie schön wäre es, wenn die Stadt Kerpen bei Köln ein echter Name im rheinischen Revier würde.

4 Antworten

  1. Marco H.
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    Genau das ist das was auch ich schon immer will. Genau wie Frechen eine schöne Einkaufsstraße (Fußgängerzone) hat, wo keine Autos durchfahren und man einfach gemütlich seine Einkäufe erledigen kann. Nein, man muss zu Kaufland, dann zu Saturn dann zu OBI und dann noch zum Rewe und immer so weiter.
    Das ist kein gemütliches Einkaufen sondern bei dem Verkehr der hier ist einfach nur ankotzend.
    Hoffentlich wird das genau in die Tat umgesetzt und wir sind bald ein kleines Söhnchen von Frechen.

  2. Michael
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    Richtig so, ein durchdachtes Konzept würde allen sehr viel Bringen.
    Auch hier sehe ich sehr viele Schlupflöcher in der Idee.
    Wenn die Stadt Kerpen es nicht einmal schafft die Hahnenpassage ordentlich hinzubekommen, die man ja durchaus als kleine Fußgängerzone sehen kann, wie soll das Ganze denn dann in Groß Funktionieren.
    Wie sollen die Busse durch Kerpen kommen?
    Wo soll geparkt werden?
    Wie möchte man neue Möglichkeiten in der Stiftsstraße schaffen dass sich „attraktive“ Unternehmen Ansiedeln?
    Wie möchte man es hinbekommen Kerpener attraktiver als Köln zu gestalten (im Sinne von Fahre ich nach Köln oder bleibe ich hier?)
    Die Idee dahinter finde ich echt Super, und ich fände es Großartig. Doch leider sehe ich es als Utopie. Hier hätte vor Jahrzehnten schon angefangen werden müssen. Jetzt ist der Stadtkern dafür zu verbaut.
    Das Ehemalige Aldi Gelände wäre ein solcher Idealer Platz für große Geschäfte gewesen.
    Doch leider liegt die Prioritäten in Kerpen beim Wohnungsbau. Und nicht beim Einkaufen in der In Innenstadt.
    Auch das Stadtfest möchte ich noch mal aufgreifen.
    Hier kommen Leute von weither. Aber dieses Jahr bestand das Stadtfest doch wohl eher aus Ortsansässigen Vereinen/Verkäufern oder Parteien. Und DIE sind das ganze Jahr da.

  3. Dirk
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    Es wäre ja schon ein Riesenfortschritt, wenn das Areal am Lidl endlich mal attraktiver gestaltet werden würde. Da wird viel Potential verschenkt. Ein Gebäude mit Ladenlokalen steht komplett leer (außer einer Bar) und verfällt still vor sich hin. Hier sollte man den Fokus setzen. Würde die Hahnenstraße in eine Fußgängerzone umgestaltet, müsste eine entsprechende Umgehung für den innerstädtischen Durchgangsverkehr geschaffen werden. Die Humboldtstraße würde den Verkehr von außerhalb zwar fernhalten. Aber innerhalb Kerpen wären plötzlich größere Umwege notwendig. Hier fehlt noch eine Alternative.

  4. Josephine
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    Einen warmen Sommertag möchte ich nun wirklich nicht in der Fußgängerzone in Bergheim oder Frechen starten. Im Grunde zieht es mich auch nicht an anderen Tagen nach Bergheim oder Frechen in die Fußgängerzone. In vielen Innenstädten herrscht Leerstand im Stadtzentrum und dies scheint mir unabhängig davon zu sein ob das Stadtzentrum eine Fußgängerzone ist oder nicht und ob sich dieses gut mit dem Auto erreichen lässt oder nicht.

    Wenn ich shoppen möchte, dann sollte es das ein oder andere attraktive Geschäft geben, das ich besuchen kann. Auch ein nettes Café sollte es geben. Beides gibt es grundsätzlich in Kerpen aber auch hier steht viel leer und es könnte ein größeres Angebot geben. Ich gehe gerne durch Kerpen, viel lieber als durch Frechen oder Bergheim. Düren hat furchtbar nachgelassen und Brühl ist zwar ganz hübsch, das liegt wohl an den Schlössern, die Fußgängerzone ist jedoch auch hier nicht der Hit.

    Super wenn sich die Innenstadt für Shopping und den täglichen Einkauf eignen. Ich habe schon von vielen gehört wie schade sie es finden, dass die Einkaufsstraßen (auch im einen oder anderen Veedel in Köln) immer mehr ihren Charme verlieren dennoch kaufen alle im Internet.
    Das eine bedingt das andere. In einem kleinen Laden in der Stadt, der mir vielleicht besonders gut gefällt weil er oft ausgefallene Sachen hat und nette Verkäufer, finde ich selten das, was ich brauche. Nicht mal größere Läden (in Köln und Einkaufszentren) haben das Angebot, was meinen Geschmack trifft oder in meiner Größe da ist. Ich möchte da zwar schnöfen gehen und freue mich wenn ich was finde aber davon kann sich kaum ein Laden halten. Da benötigen die Einzelhändler schon verdammt viel von dieser Laufkundschaft, die sich dann ab und zu doch mal was kauft.

    Kerpen wird immer größer und weitläufiger. Ich gehe gerne noch zu Fuß oder fahre mit dem Rad quer durch Kerpen oder einmal außen rum aber für viele sind die Entfernungen zu groß (etwa 1 1/2 Kilometer vom Ortsrand bis in die Ortsmitte). Wenn ich nochmal eben fußläufig Besorgungen machen will, bin ich ewig unterwegs. Hier ist also leider nicht mehr mit viel Laufkundschaft zu rechnen.

    Um den Ortskern in Kerpen noch attraktiver zu gestalten ist es vor allem wichtig, dass die Stadt verkehrstechnisch gut erschlossen wird. Das Thema Bahn gibt es hier ja an anderer Stelle. Ich bin da doch für eine Straßenbahn statt einer S-Bahn, in die man dann am Ortsrand hüpfen kann und im Ortskern raus springen kann. Bzw. mit der man aus den anderen Ortsteilen und dem Kreis mal eben rüber fahren kann.

    Vielleicht ergibt sich beim Bau einer Straßenbahn in deren Verlauf eine Fußgängerzone aber im Grunde ist diese nicht notwendig. Durch den Ortskern kann man gut zu Fuß gehen. (Man sollte natürlich schon darüber nachdenken etwas Hübscheres aus der „Hahnenpassage“ zu machen. Die geht gar nicht. Ging noch nie.)

    Erst muss die ordentliche Anbindung her, diese hat Priorität, dann ordentliche Ladenlokale, der ein oder andere Immobilienbesitzer (z.B. an der der Stiftstraße) setzt sein Haus vielleicht endlich mal wieder instand wenn er Aussicht auf Mieter hat, die von der – durch die Bahn in die Stadt gebrachten – Laufkundschaft profitieren.

    Ich sehe diese Laufkundschaft durchaus wenn man mit einer Bahn aus den anderen Kerpener Stadtteilen (oder aus dem Kreis) einfach mal eben problemlos nach Kerpen fahren kann.
    Nicht jeden zieht es zum Shoppen nach Köln auf die Hohe Straße oder in überlaufene Einkaufszentren. Viel zu stressig. Aktuell kommt kaum einer nach Kerpen weil es nur mit dem Auto Sinn macht aber die Straßen ständig verstopft sind. Straßen ausbauen und Parkplätze am Ortsrand schaffen ist natürlich auch wichtig wenn Kerpen weiter wächst aber die Alternative muss geschaffen werden.

    Was ich noch unterbringen muss bevor ich mich im Bahnthema verliere: Wenn man aus der Stiftstraße (auch nur im Bereich Stiftsplatz/Kirchstraße) eine Fußgängerzone macht, verlagert sich der Verkehr nicht auf die weit außen herum führende Umgehungsstraße sondern auf die Bachstraße und Brüsseler Straße und den Nordring, evtl. auch auf den Filzengraben und andere kleine Straßen. Niemand will einen so weiten Weg außen rum fahren mit dem Auto. Den Autoverkehr im Nadelöhr kann nur eine gute Bahntaktung senken und wenn der Autoverkehr mal nachgelassen hat kann man immer noch über eine Fußgängerzone nachdenken.

    Mittagspause zu Ende, frohes Schaffen!