Die städtische Bruchbude – Bildung in der Schulruine

Die städtische Bruchbude – Bildung in der Schulruine

Das Gymnasium der Stadt Kerpen, die Europaschule, ist in einem miserablen Zustand. Jahrzehntelange Sanierungsstopps, Einsparungen und Flickschusterei haben dazu geführt, dass manche Burgruinen in der Vulkaneifel eine bessere und gesündere Bausubstanz aufweisen als unser städtisches Gymnasium. Glaubt man dem Haussegen über dem Haupteingang des Schulgebäudes, trauten sich die heiligen drei Könige zuletzt im Jahr 2010 in das Gebäude – höchstwahrscheinlich aufgrund gesundheitlicher Bedenken.

Uns JuLis ist sogar schon zu Ohren gekommen, dass Stahlträger während des Unterrichts von der Decke kommen, Toilettenanlagen absolut unbenutzbar sind und das Trinkwasser aus der Leitung einen seltsam metallischen Geschmack aufweist. Legen wir den Finger in die Wunde: Sind Asbest in Decken und Wänden und Pilzbefall in den Industrieteppichen des Gymnasiums nicht gefährlich für die langfristige Gesundheit der Schülerinnen und Schüler?

Wir Junge Liberale sind der festen Überzeugung, dass die Probleme im Gymnasium so schnell wie möglich angepackt werden müssen – besser spät als nie. Aktuell in der Diskussion befinden sich der Neubau oder die Kernsanierung des Gebäudes.

Allerdings fragen wir zu Recht: Was soll mit dem vierzig Jahre alten Gebäude nach einem Neubau passieren? Wird das alte Schulgebäude das gleiche Schicksal erleiden, wie das Geisterhochhaus in der Maastrichter Straße in Kerpen? Weiterhin fragen wir uns, warum man in Kerpen ein vollständig entwickeltes Schulgelände aufgeben muss. Was passiert mit den Sportanlagen und -hallen und mit dem neuen Hallenbad für den Schul- und Vereinssport? Was passiert mit dem Biotop? Müssen Schüler demnächst eine Straße überqueren, damit sie am Schulsport teilnehmen können und welcher Lehrer sieht sich in der Verantwortung für die Sicherheit der Schüler zu sorgen?

Alleine aufgrund dieses umfangreichen Fragenpools kann eine Entscheidung über den Neubau oder eine mögliche Sanierung des alten Schulgebäudes nicht nur auf Grundlage monetärer Gesichtspunkte erfolgen. Hier müssen von Stadtrat und Verwaltung, planvoll und durchdacht, nachhaltige Lösungen angeboten und aufgezeigt werden. Außerdem fragen wir uns, ob es nicht auch im Hinblick auf den Erhalt eines traditionellen Schulgebäudes schön wäre, wenn man das Gymnasium in den Farben der Kolpingstadt grundsätzlich sanieren würde und auch in den nächsten vierzig Jahren in dem ursprünglichen Schulgebäude gelernt und gelehrt würde. Wir setzen uns im Namen der Schülerinnen und Schüler für das beste Konzept zur Lösung des Schulproblems ein und sind uns sicher, dass gute Bildung nur in einem funktionstüchtigen und -gerechten Gebäude durchgeführt kann.

Wie sind eure Meinungen zu dem Thema? Schreibt es in die Kommentare!