Die echte Alternative zum Auto – Der Kerpener S-Bahn-Anschluss

Die echte Alternative zum Auto – Der Kerpener S-Bahn-Anschluss

Kerpen-City hat bekanntlich keinen S-Bahn-Anschluss. Die schnellste Möglichkeit, die Kölner Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, ist die Kombination aus einem ewig tingelnden Ringbus und dem nachfolgenden, meist mit langer Wartezeit verbundenen, Umstieg in Sindorf.

Wir JuLis setzen uns für einen Bahnanschluss der Stadtteile Kerpen und Manheim-Neu ein. Hier ist Platz für eine echte Alternative zum Auto. Ein von uns geplanter Abzweig der Bahnschienen in dieses Wohngebiet würde zu einem echten Mehrwert für unsere Kolpingstadt führen. Eine sinnvolle und effiziente Möglichkeit, den Bahnhof Sindorf zu entlasten, den Verkehr am Autobahnkreuz Kerpen auszudünnen und eine positive demographische Entwicklung herbeizuführen. Nicht, dass die Stadt Köln und insgesamt das Land NRW auch von einem besseren Bahnverkehr profitieren würden. Die Erreichung der von der Bundesregierung gesetzten Klimaziele ist nur Mithilfe des Ausbaus des öffentlichen Personennahverkehrs möglich.

Leider haben stadtbekannte Lokalpolitiker in der Vergangenheit bereits Unterschriftenlisten in Umlauf gebracht, damit diese Idee schon im Keim erstickt wird. Befürchten hier Einzelpersonen Wertverluste ihrer Immobilien oder ist es die allgemeine Angst vor Fortschritt? Wir fordern von der jungen und dynamischen Bürgerschaft eine ernsthafte Diskussion zu diesem Thema.

Setzen wir uns gemeinsam für eine Verbesserung der Verkehrssituation in Kerpen ein und zeigen den Gegnern des technologischen Fortschritts ihre Grenzen auf. Nachhaltige Politik darf sich nicht auf den Interessen einzelner Fortschrittsverhinderer stützen, sondern muss sich auch zukunftsweisend für die Verbesserung der Lebensbedingungen aller Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt einsetzen.

Was haltet ihr von dem Thema? Wünscht ihr euch eine bessere Anbindung an die Stadt Köln? Schreibt uns einen Kommentar oder eine Mail und wir setzen uns für eure Meinung ein.

2 Antworten

  1. Egbert Janßen
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    Also dass in Kerpen City überhaupt noch Menschen wohnen wollen, wundert mich schon seit Jahren. Besonders am Wochenende sind die Verbindungen in Richtung normaler Welt mit Bahnanschluss unterirdisch. So stündlich mal ein Bus. Sonntags auch mal alle zwei Stunden oder so. Dann kommt noch hinzu, dass man per Auto in die echte Welt ja eigentlich nur über die Autobahn in Sindorf kommt oder außen rum am Marienfeld vorbei. Dazwischen ist ein riesiges Areal, dass ich in 6 Jahren, als ich in Sindorf und dann Horrem wohnte, nie kennengelernt habe. Das war für mich sowas wie ‚Das Areal zwischen den beiden Straßen‘. Mittlerweile gibt es zwar auch links nen neuen Weg über Neu-Mahndorf Richtung Sindorf, aber Kerpen schlummert immer noch im unerschlossenen Bereich in Deutschland. Ich habe mir sagen lassen, dass Kerpen ja früher wohl an das Schienennetz angeschlossen war und ich kann den Artikel hier nur unterstützen und denke, dass es nur positiv für Kerpen und unsere Umwelt sein kann, wenn man hier wieder einen Anschluss bekäme. Bitte aber nicht a la Rurtalbahn einen überteuerten Privatanbieter. Steuergelder hier zu investieren in dieses Projekt wäre auf keinen Fall eine Verschwendung derselben.

    Gruß aus dem Jülicher Land
    Egbert Janßen

  2. Josephine
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    Seitdem ich in Bergisch Gladbach arbeite habe ich erkannt, dass Kerpen echt gut angebunden ist. Top Lage. Kein Wunder, dass man gerne hier wohnt. Ruck Zuck ist man auf der Autobahn.
    Heute möchte jeder mobil sein, ohne Auto – lässt sich kaum noch denken. Man benötigt es für den Job in der nächsten Stadt, für den Großeinkauf, für den Familienausflug aufs Land.
    Schnell ist man von Kerpen in Köln, Düsseldorf oder Aachen. Schnell ist man in der Eifel, in Belgien oder den Niederlanden.
    Wenn man sich das Verkehrschaos in Köln ersparen will und doch lieber die Bahn nimmt, kann man das Auto am Park and Ride in Horrem abstellen.
    Für den, dem der Parkplatz in Horrem aber zu voll oder zu unsicher ist oder für den Umweltbewussten oder für den, der nicht gerne Auto fährt oder für den, der sich keins leisten kann, oder für den, der keinen Führerschein hat, gibt es kaum sinnvolle Alternativen.

    Man fährt zehn Kilometer mit dem Rad (ja, auch das kann man mittlerweile ganz prima in Horrem abstellen), doch für den Weg zur Arbeit ist das definitiv nicht jedermanns Sache, schließlich hat nicht jeder die Möglichkeit auf der Arbeit zu duschen obwohl das dann evtl. nötig wäre. Manch einer fährt vielleicht einfach bloß nicht gerne Rad oder nur ab und zu aber sicher nicht täglich. Zur warm, zu kalt, Regen, Fliegen in Mund und Augen.
    Ich fahre übrigens gerne Rad, mit diesem bin ich auch einige Zeit von Kerpen nach Köln zur Arbeit gefahren. Bequemer als Busfahren.

    Mit dem Bus hatte man zu meiner Zeit und ich glaube es ist immer noch so, die Möglichkeit zu entscheiden welchen Bus man nimmt. Drei Linien hören sich erstmal vielversprechend an. Sind sie aber nicht wenn sie keine einzige gemeinsame Haltestelle haben und zu unterschiedlichen Zeiten abfahren aber zur selben Zeit in Horrem ankommen oder umgekehrt. Auf dem Hinweg von Kerpen Richtung Köln war es für mich immer am besten den 976 zu nehmen. Dann bin ich am liebsten an der Burgstraße eingestiegen. Der ist schnell in Horrem, der direkte Weg über Götzenkirchen ist einfach der schnellste. Auf dem Rückweg war es aber immer Glück ob man den 976 bekam oder nicht. Sonst wartet man ewig auf den 920(?) und der tuckert erstmal über Sindorf und man denkt sich, wäre ich mal in der S-Bahn geblieben, dan hätte ich in Sindorf vielleicht den 922 bekommen, wäre ich dann schneller oder nicht? Das ist nicht ganz klar. So viel früher kommt der 922 auch nicht. Auerdem kann man mit dem 92o bis zur Hahnenstraße fahren, mit dem 922 muss man überlegen ob man am Rathaus aussteigt oder bis Mitte fährt. Morgens war das Problem wenn der 976 mal ausfällt oder zu spät kommt, kommt an der Burgstraße ewig kein Bus mehr, ist ja die einzige Linie, die dort fährt. Schulbusse ausgenommen. In Kerpen Mitte halten zwar 922 und 976 aber wirklich gut die Straßenseite wechseln und einfach mit der anderen Linie fahren ist auch nicht drin. Es wirft ja die ganze Planung über den Haufen. Entweder ich nehme die S-Bahn um neun nach in Horrem oder um 33 in Sindorf, oder den Zug um 28 in Horrem. Die Umsteigezeit ist meist eh recht knapp. Der 920 hat meist eh nicht gepasst. Aber der hält ja auch nicht in Mitte.

    Am Busthema könnte ich mich noch lange aufhalten. Kein Wunder also, dass ich so gerne Auto fahre.

    Jetzt wohne ich allerdings in Köln und bräuchte ich das Auto beruflich nicht um Außentermine wahrzunehmen, dann würde ich Bahn fahren, denn mit der S-Bahn käme ich immerhin ganz gut nach Bergisch Gladbach, in mein Büro. Hier in Köln macht das mit dem Auto sowieso wenig Sinn. Klar, wenn es da ist nutzt man es schon für den Einkauf aber notwendig ist es nicht.

    Irgendwann (wenn ich genug vom Trubel in Köln habe, das mag aber noch eine Weile dauern) möchte ich wieder in einen Vorort von Köln ziehen und obwohl ich schon andere Orte in Erwägung gezogen habe, wird die Wahl dann wohl auf Kerpen fallen. Nicht nur wegen meiner Heimatverbundenheit und meiner Familie sondern auch wegen der guten Anbindung. Ich möchte es nicht missen schnell in Köln zu sein und schnell in der Eifel. Doch eine Bahnverbindung direkt in die Stadt Kerpen wäre eine verdammt gute Sache, die meine Entscheidung für Kerpen definitiv noch bestärken würde. Ich will ja gar nicht wirklich in Horrem oder Sindorf wohnen, Kerpen selbst finde ich viel schöner aber da fehlt die Bahn.

    Wie eine Bahn durch Kerpen geführt werden kann muss aber sehr gut geplant werden. Natürlich gibt es die alte Trasse, die sich anbietet. Jedoch kann ich die Bedenken, vor allem derer, die auf der Marienstraße wohnen und ihre Gärten zur Alten Landstraße hin haben, verstehen.
    Auch wenn mein Opa noch davon profitierte als die Bahn dort fuhr und er vor der Haustür aussteigen konnte weil seine Kinder ihre Roller auf die Schienen an der Alten Landstraße gelegt hatten, jetzt wohnen teilweise Leute dort, die dort erst später hingezogen sind. Dort ist kein Straßenverkehr. Nur Spaziergänger, die meist vom Friedhof kommen. Also eher eine ruhige Lage. Vielleicht muss eine Straßenbahn doch eher in die Kölnerstraße gelegt werden. Sodass hier Autos und Bahn gleichermaßen fahren. Bis Kerpen Mitte kann ich mir das als Laie noch recht einfach vorstellen. Sonst erfordert es städteplanerisches Geschick. Das bedeutet schon Veränderung. Ich bin jedenfalls gespannt, was die Zukunft bringt und ob ich irgendwann wieder in Kerpen wohne und mit der Bahn zur Arbeit fahre.